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Aktuelles
Autor: Frau Braun
Artikel vom 20.11.2019

„Geht nicht meinen Weg, es lohnt sich nicht!“

Jugendliche Straftäter besuchen die Gewerbliche Schule Crailsheim

Ein Teilnehmer (links) und dessen Betreuer Gerd Frick (zweiter von links) spielen mit zwei Schülern der GSC (rechts) eine Gefängnisszene nach.
Ein Teilnehmer (links) und dessen Betreuer Gerd Frick (zweiter von links) spielen mit zwei Schülern der GSC (rechts) eine Gefängnisszene nach.

Vergangene Woche besuchten zwei Teilnehmer des Landesprojektes „Chance“ die Schülerinnen und Schüler des AVdual an der Gewerblichen Schule in Crailsheim. Die verurteilten Straftäter berichteten offen und ehrlich von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Beide bewarben sich während ihres Aufenthaltes in der Jugendvollzugsanstalt für das Projekt „Chance“.

Begleitet wurden sie von Gerd Frick, dem Präventionsbeauftragten des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Er stellte den AVdual-Schülern zunächst seine Einrichtung vor: „Projekt „Chance“ – das ist Strafvollzug, nur ein bisschen anders – ohne Knast, ohne Gitter.“ Das Projekt richtet sich an straffällig gewordene Jugendliche im Alter von 14-21 Jahren. Statt einer Inhaftierung in einer Jugendvollzugsanstalt durchlaufen sie im Projekt ein speziell für sie konzipiertes Training, das auf eine gelingende Reintegration in die Gesellschaft abzielt. Untergebracht im Kloster Frauental bei Creglingen werden die Teilnehmer auf ein Leben in Eigenverantwortung vorbereitet, wobei sie von entsprechend ausgebildeten Trainern kritisch begleitet werden. Das Zusammenleben ist geprägt von Respekt und Wertschätzung, was auch im Austausch mit den Schülern an der GSC deutlich spürbar ist. Jedoch muss sich jeder Neuling in Creglingen zunächst die Aufnahme in die Gemeinschaft erarbeiten. Auch Privilegien und einen höheren Rang in der Gruppe müssen sich die Teilnehmer in einem gut durchdachten Hierarchie- und Belohnungssystem erarbeiten. Bis zum Tutor kann man aufsteigen.

Die beiden Tutoren, die Gast an der Gewerblichen Schule waren, unterhielten sich sehr respektvoll und höflich mit Schülern und Lehrern. Klare Worte, klare Regeln und ein straffer Zeitplan für alle Teilnehmer lassen die Crailsheimer Schüler staunen. Überrascht zeigten sich die AVdual-Schüler von der Offenheit der Straftäter und wie das Projekt sie positiv veränderte. Reflektiert blicken die Teilnehmer auf ihr Handeln zurück: „Ich habe alles verloren. Warum sollte ich rausgehen und wieder mit der Scheiße weitermachen?“ Aus seinen Fehlern zu lernen und sich an Regeln zu halten sind Fähigkeiten, die jeder lernen muss. Eindrucksvoll können die Crailsheimer Schüler das am Projekt „Chance“ erkennen. Auch die Tatsache, dass niemand im Projekt „Chance“ seinen Hauptschulabschluss schlechter als mit einem Notendurchschnitt von 2,0 abschließt, lässt die AVdual-Schüler staunen, die ebenfalls einen derartigen Abschluss in diesem Schuljahr anstreben.

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